Die Dominikanische Republik und Haiti haben sich darauf geeinigt, mit Unterstützung einer qualifizierten internationalen Organisation, die in gegenseitigem Einvernehmen ausgewählt wird, eine technische Studie durchzuführen, um die hydrologischen, ökologischen und sozialen Gegebenheiten im Einzugsgebiet des Flusses Dajabón/Masacre sowohl auf der östlichen dominikanischen Seite als auch auf der westlichen haitianischen Seite zu ermitteln.
Dies geht aus einem Kommuniqué hervor, das am Donnerstag vom dominikanischen Außenministerium verschickt wurde und in dem über die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti über den Konflikt um den Kanal des Flusses Dajabón/Masacre berichtet wird.
Dem Kommuniqué zufolge trafen sich am 9. und 10. Januar 2024 zwei Delegationen unter der Leitung des Außenministers der Dominikanischen Republik, Roberto Álvarez, und des Außenministers der Republik Haiti, Jean Victor Généus, in gutem Glauben in Washington, am Sitz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), um die Gespräche über den Streit um den Bau des Pittobert-Kanals und die Nutzung der Wasserressourcen des Flusses Dajabón/Masacre wieder aufzunehmen.
„Beide Delegationen tauschten ihre Ansichten über die Angelegenheit aus und sondierten verschiedene Möglichkeiten, um eine faire, gerechte und vernünftige Lösung zu finden, die mit den Bestimmungen des Vertrags über Frieden, ewige Freundschaft und Schiedsgerichtsbarkeit vom 20. Februar 1929 und dem für diese Angelegenheit geltenden internationalen Recht im Einklang steht“, hieß es.
In dem Kommuniqué heißt es, dass bei den Gesprächen auch andere Themen auf der binationalen Agenda, wie Migration, Handel und grenzüberschreitende Sicherheit, angesprochen wurden und die Gespräche konstruktiv verliefen.
Die Delegationen beider Länder kamen überein, die Gespräche bei einer künftigen Gelegenheit fortzusetzen.
Seit 2021 fordert die dominikanische Regierung von den haitianischen Behörden die Einstellung aller Arbeiten, die das Flussbett des Masacre oder des Dajabón betreffen. In der Zwischenzeit verteidigt die haitianische Regierung die Arbeiten und versichert, dass sie privater Natur sind.
