Zeuge warnt vor Risiken

Jet-Set-Zeuge: „Wenn mir etwas passiert, weiß man, wer es war“

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Der ehemalige Mitarbeiter der Diskothek Jet Set, Gregory Adames, hat nach seiner Teilnahme an der vorläufigen Anhörung im Nationaldistrikt eine persönliche Warnung ausgesprochen. Vor Journalisten sagte er, sollte ihm etwas zustoßen, wisse „jeder, wem man die Schuld geben müsse“.

Adames gilt als wichtiger Zeuge im Verfahren gegen Maribel und Antonio Espaillat, die Eigentümer der eingestürzten Diskothek Jet Set in Santo Domingo.

Der ehemalige Mitarbeiter erschien am Montag erstmals zur vorläufigen Anhörung vor dem Ersten Untersuchungsgericht des Nationaldistrikts. Dort wird geprüft, ob die Beschuldigten im Zusammenhang mit der Tragödie vor Gericht gestellt werden.

Adames stellte klar, dass er nach eigenen Angaben bislang nicht bedroht werde. Er wolle niemanden direkt beschuldigen, sagte jedoch, die Öffentlichkeit sehe, in welchem Verfahren er als Zeuge auftrete.

Zugleich erklärte er, er fühle sich „in Frieden mit Gott“. Die Situation zeige aus seiner Sicht, dass man das Richtige tun müsse, unabhängig davon, was geschehe.

Bei dem Einsturz des Dachs der Diskothek Jet Set am 8. April 2025 starben 236 Menschen. Mehr als hundert weitere Personen wurden verletzt.

Die Anwälte der Nebenklage wollten erreichen, dass Adames bereits in der vorläufigen Anhörung aussagt. Der Antrag wurde vom Anwalt Luis Aybar gestellt.

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Nach Darstellung der Nebenklage sei die Aussage des früheren Jet-Set-Mitarbeiters wichtig, um eine Änderung der rechtlichen Einstufung des Falls zu stützen. Gefordert wird von Teilen der Klägerseite, den Fall nicht als fahrlässige Tötung, sondern als vorsätzliche Tötung mit bedingtem Vorsatz zu behandeln.

Die Verteidigung der Geschwister Espaillat lehnte die Vernehmung in dieser Verfahrensphase ab. Verteidiger Miguel Valerio argumentierte, die Wiedergabe von Zeugenaussagen gehöre nicht in die vorläufige Anhörung.

Richter Raymundo Mejía folgte dieser Argumentation und wies den Antrag zurück. Die vorläufige Anhörung dient dazu, zu prüfen, ob ausreichend Beweise für ein Hauptverfahren vorliegen.

Der Fall Jet Set bleibt damit juristisch und gesellschaftlich hochsensibel. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die strafrechtliche Verantwortung der Betreiber, sondern auch Fragen nach Kontrolle, Sicherheit und möglichen Warnhinweisen vor dem Einsturz.