Die schweren Regenfälle der vergangenen Tage haben die Lage im Land weiter verschärft. Nach Angaben des Katastrophenschutzes sind inzwischen rund 30.500 Menschen vorübergehend ohne Zuhause, mehr als 6.100 Häuser wurden überflutet und 14 Gemeinden sind von der Außenwelt abgeschnitten.
Diese Zahlen nannte der Leiter des Centro de Operaciones de Emergencias (COE), Juan Manuel Méndez, im zweiten Lagebericht vom Sonntag.
Insgesamt wurden bislang mindestens sechs Infrastrukturen zerstört. Dazu zählt unter anderem die Brücke „Payin“ (auch „Baqui“) in der Provinz María Trinidad Sánchez, die durch die starken Wassermassen beschädigt wurde.
Auch in Puerto Plata sind mehrere wichtige Verbindungen betroffen. Neben der bereits eingestürzten Brücke über den Río Camú wurde auch die Verbindung Los Pérez–Los Gómez in Richtung Montellano stark beeinträchtigt. Weitere Schäden gab es an einer Brücke über den Río Yásica bei Moca sowie am Fluss Ámina in Valverde.
Zusätzlich wurden Schäden an einem Gabionen-Damm am Fluss „Pantufla“ in Constanza gemeldet. Auch die Straße Neyba–Jimaní in der Provinz Independencia ist betroffen.
Die Auswirkungen der Überschwemmungen sind vor allem in Puerto Plata deutlich spürbar. Nach dem Übertreten des Río Capitán kam es in der Gemeinde Félix zu Überschwemmungen, etwa zehn Häuser wurden dort überflutet. Durch das Anschwellen des Río La Ceiba standen weitere 87 Häuser unter Wasser.
Im Ort Imbert wurden im Sektor La Yaguita 63 Häuser überflutet. In Los Ciruelos (Montellano) setzte der Río Camú rund 20 Häuser unter Wasser, 43 Menschen mussten ihre Unterkünfte verlassen. Zudem wurden die Gemeinden Los Altos und Los Hidalgos durch das Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten.
Insgesamt sind allein in Montellano 464 Menschen betroffen, verteilt auf mehrere Ortsteile wie Los Ciruelos und Guempan.
Neben den direkten Schäden an Häusern und Infrastruktur ist auch die Versorgungslage beeinträchtigt. Laut dem Instituto Nacional de Aguas Potables y Alcantarillados (INAPA) sind derzeit 17 Aquädukte außer Betrieb, wodurch mehr als 113.000 Menschen von der Trinkwasserversorgung betroffen sind.
Auch der Bildungsbereich ist betroffen: Das Bildungsministerium meldete Schäden an insgesamt 186 Schulen, darunter Einrichtungen in San Cristóbal und im Großraum Santo Domingo, wo unter anderem eine Umfassungsmauer einstürzte.

