Streit um Parteienfinanzierung

Opposition kritisiert Kürzung der Parteienfinanzierung

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Vertreter mehrerer Oppositionsparteien haben den Vorschlag der Regierung kritisiert, die öffentliche Finanzierung politischer Organisationen um 50 Prozent zu reduzieren. Sie bezeichneten die Initiative als „politisches Manöver“ und nicht als Antwort auf eine tatsächliche fiskalische Notwendigkeit.

Bei einer Pressekonferenz erklärte das sogenannte „Diálogo Opositor“, dem rund acht Parteien angehören, die Maßnahme sei keine Sparpolitik. Vielmehr handle es sich aus Sicht der Opposition um eine selektive Neuordnung öffentlicher Ausgaben mit politischer Zielsetzung.

Beteiligt an der Stellungnahme waren unter anderem Fuerza del Pueblo FP, Partido de la Liberación Dominicana PLD, Partido Revolucionario Dominicano PRD und Opción Democrática OD.

Danilo Díaz vom PLD sagte, es gebe keine technische oder finanzielle Rechtfertigung für eine Kürzung der Parteienfinanzierung. Im Staatshaushalt seien reale, bezifferbare und umsetzbare Alternativen vorhanden, die politische Organisationen nicht direkt treffen würden.

Nach Angaben der Oppositionsparteien beläuft sich der für 2026 geplante Staatshaushalt auf rund 1,84 Billionen Dominikanische Pesos. Die Finanzierung der Parteien mache davon lediglich 0,11 Prozent aus.

Damit sei das Argument einer untragbaren Belastung aus Sicht der Opposition nicht überzeugend. Allein durch eine Reduzierung staatlicher Ausgaben für Werbung, Reisespesen, Sitzungsgelder und Repräsentationskosten könnten nach ihrer Darstellung mindestens 15 Milliarden Pesos freigesetzt werden.

Die Oppositionsparteien warnten, eine Halbierung der öffentlichen Mittel gefährde das demokratische Gleichgewicht. Parteien benötigten diese Ressourcen für Wahlorganisation, politische Bildung und die Vertretung gesellschaftlicher Interessen.

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In dem verlesenen Dokument heißt es, eine finanzielle Schwächung der Parteien bedeute eine Schwächung der Grundlagen des demokratischen Rechtsstaates.

Unterzeichnet wurde die Erklärung unter anderem von Vertretern von PLD, PRD, FP, OD, Bloque Institucional Socialista BIS, Partido Social Cristiano PSC, Partido Quisqueyano Demócrata Cristiano PQDC und Partido Dominicano Independiente PDI.

Die Opposition kritisierte zudem, dass die Regierung keine anderen Einnahmequellen in den Blick nehme. Dazu zählten aus ihrer Sicht steuerliche Verzerrungen in besonders profitablen Wirtschaftsbereichen.

Abschließend rief das „Diálogo Opositor“ die Bevölkerung, institutionelle Akteure und die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen. Nach Ansicht der beteiligten Parteien gehe es um einen Versuch, die demokratischen Spielregeln zugunsten der amtierenden Regierung zu verändern.