Krise in der Schweinezucht

Schweinepest: Produzenten fordern harte Quarantäne

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Die Afrikanische Schweinepest entwickelt sich nach Einschätzung dominikanischer Schweinezüchter zu einer strukturellen Krise. Betroffen seien nicht nur die nationale Produktion, sondern auch Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit und Lebensmittelpreise.

Miguel Ángel Olivo Rodríguez, Präsident der Dominikanischen Föderation der Schweinezüchter Fedoporc, warnte, die Krankheit habe inzwischen das ganze Land erreicht. Von einer sofortigen Ausrottung könne nicht mehr gesprochen werden. Notwendig sei vielmehr ein Umbau des Produktionssystems.

Der Schweineproduzent Ambiorix Cabrera erklärte, die wirksamste Maßnahme wäre aus seiner Sicht eine landesweite Quarantäne gewesen. Diese hätte mit einer vollständigen Unterbrechung der Schweinehaltung für zwei bis drei Jahre verbunden werden müssen, ähnlich wie in früheren Seuchenlagen.

Während dieser Zeit hätte sich das Land nach Einschätzung der Produzenten über Importe versorgen können, um den Virus konsequent zu bekämpfen.

Olivo Rodríguez erklärte, zu Beginn des Ausbruchs sei eine vollständige Ausrottung des Virus vorgeschlagen worden. Da diese Maßnahme jedoch nicht umgesetzt worden sei, habe sich die Krankheit ausgebreitet und sei inzwischen endemisch geworden.

Nach Angaben des Fedoporc-Präsidenten werden mittlerweile mehr als 80 Prozent des im Land konsumierten Schweinefleischs importiert. Das habe zwar die Versorgung gesichert, zugleich aber die lokale Produktion geschwächt.

Der Markt werde zudem stark von internationalen Faktoren bestimmt. Schweinefleisch werde als Rohstoff an Börsen wie Chicago gehandelt, wodurch lokale Preisentwicklungen nur begrenzt steuerbar seien.

Olivo Rodríguez kritisierte außerdem Schwächen bei der Kontrolle des Tiertransports. Auch der Rückzug internationaler Organisationen, die zuvor das Gesundheitsprogramm unterstützt hätten, habe negative Folgen gehabt.

In dieser Phase seien Tiere getötet worden, ohne dass Produzenten ausreichend entschädigt worden seien. Dies habe viele Betriebe direkt getroffen.

Als Ausweg fordert Fedoporc den Übergang zu einem Produktionsmodell mit größeren Betrieben, strengen Biosicherheitsmaßnahmen, Umweltkontrollen und dauerhafter Überwachung.

Cabrera sieht die Lage noch ernster, als sie offiziell dargestellt werde. Die Produktion könne auf ein sehr niedriges Niveau fallen. Es gehe nicht darum, dass 70 Prozent wegfallen könnten, sondern darum, dass möglicherweise nur noch 30 Prozent der Produktion übrig blieben.

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Der Produzent kritisierte auch die regionale Vorgehensweise bei der Bekämpfung der Seuche. In einem vergleichsweise kleinen Land sei diese Strategie wenig wirksam, da Tiertransporte die Ansteckung erleichterten.

Die wichtigsten Produktionszonen im Cibao sind bereits stark betroffen. Dort werden hohe Verluste gemeldet, während zugleich Kritik an der staatlichen Strategie wächst.

Cabrera warnte außerdem vor steigenden Preisen. Wenn Schweinefleisch knapper werde, könnten auch andere Proteinquellen wie Hühnerfleisch teurer werden. Besonders betroffen wären Haushalte mit geringem Einkommen, die auf günstigere Eiweißquellen angewiesen sind.

Nach Ansicht der Produzenten fehlt es bislang an ausreichender technischer und wirtschaftlicher Unterstützung durch die Regierung.

Die Entwicklung zeigt, dass die Afrikanische Schweinepest längst nicht mehr nur ein Problem einzelner Betriebe ist. Sie betrifft Landwirtschaft, Lebensmittelversorgung, Preise und soziale Belastungen gleichermaßen.