Die Dominikanische Republik passt ihre Kakaoproduktion an neue Anforderungen der Europäischen Union an. Im Mittelpunkt stehen die Rückverfolgbarkeit der Anbauflächen und der Nachweis, dass exportierter Kakao nicht von Flächen stammt, auf denen zuvor Wälder gerodet wurden.
Die Vertretung der Europäischen Union unterstützt das Land bei diesem Prozess. Für Exporteure und Produzenten wird damit zunehmend entscheidend, den genauen Ursprung des Kakaos dokumentieren zu können.
In einem bereits abgeschlossenen Projekt wurden 740 Kleinproduzenten in der Provinz Monte Plata erfasst. Ihre Anbauflächen wurden geografisch lokalisiert und kartiert. Zudem erhielten die Produzenten Schulungen zu den neuen Anforderungen.
Mithilfe dieser Geodaten sollen europäische Käufer gegenüber den zuständigen Behörden nachweisen können, wo der Kakao angebaut wurde und wie die betreffende Fläche in früheren Jahren genutzt wurde. Dabei können unter anderem Satellitenaufnahmen zur Überprüfung herangezogen werden.
Nach Angaben von Benítez, dessen Funktion im vorliegenden Ausgangstext nicht näher genannt wird, verfügen die beteiligten Kleinproduzenten damit über die erforderlichen Informationen, um ihren Kakao weiterhin auf dem europäischen Markt anbieten zu können.
Alte Plantagen und geringe Erträge
Die Anpassung an die europäischen Vorgaben ist jedoch nur eine der Herausforderungen für die dominikanische Kakaowirtschaft.
Benítez sieht Bedarf für zusätzliche 300.000 bis 400.000 Tareas Anbaufläche, um die Marktchancen dominikanischen Kakaos besser zu nutzen. Gleichzeitig müssten bestehende Plantagen modernisiert werden. Einige Kakaobestände seien inzwischen rund 50 Jahre alt.
Bei einer Erneuerung sollen die für den Kakao wichtigen Schattenbäume erhalten bleiben. Alte Kakaopflanzen könnten schrittweise durch neue ersetzt werden, ohne Bäume wie Mahagoni oder andere schattenspendende Arten zu entfernen.
Zusätzlich seien Programme für Baumschnitt, Düngung, Pflanzenschutz und kontinuierliche Pflege notwendig. Ein zentrales Problem bleibt nach den Angaben die Produktivität. Der derzeitige Ertrag liege bei etwa 50 Pfund beziehungsweise einem halben Quintal pro Tarea.
Kakaoanbau breitet sich in neue Regionen aus
Neben den traditionellen Anbaugebieten wächst das Interesse am Kakao auch in Barahona und Pedernales. Beide Provinzen waren bislang stärker mit dem Kaffeeanbau verbunden. Die höheren Kakaopreise der vergangenen Jahre haben jedoch dazu beigetragen, dass dort neue Anbauflächen entstehen.
Hecmilio Galván, Direktor des Fondo Especial para el Desarrollo Agropecuario (FEDA), bezeichnete diese Entwicklung als Teil einer Strategie zur stärkeren Diversifizierung der Landwirtschaft.
Nach seinen Angaben wurden in der Region bereits nahezu 300.000 Kakaopflanzen verteilt und zwei Baumschulen eingerichtet. Galván betonte jedoch, dass nicht allein die Ausweitung der Anbaufläche entscheidend sei. Vorrangig müsse die Produktivität bereits bestehender Pflanzen verbessert werden.
Der Kakaoanbau solle nach seiner Einschätzung stärker als unternehmerische Tätigkeit verstanden werden, bei der höhere Erträge und eine bessere Bewirtschaftung im Mittelpunkt stehen.
Unterstützung für Produzenten
Das FEDA unterstützt Kakaobauern nach eigenen Angaben außerdem mit Pflanzen, Werkzeugen und Sammelstellen für die Weiterverarbeitung nach der Ernte. Besondere Aufmerksamkeit gilt Regionen, die vom Hurrikan Fiona betroffen waren, darunter El Seibo, Monte Plata, Samaná, María Trinidad Sánchez und La Altagracia.
Zusätzlich wurden mehrere Nachernte- und Sammelzentren eingerichtet beziehungsweise geplant, damit Produzenten ihren Kakao gemeinsam erfassen und anschließend an Unternehmen verkaufen können.
Auch der heimische Schokoladenmarkt soll gestärkt werden. Nach Angaben Galváns gibt es im Land derzeit 25 kleinere und größere Unternehmen, die Schokolade produzieren. Ein großer Teil des dominikanischen Kakaos wird weiterhin exportiert.
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