Kritik an Kontrolle der Stromversorger

Mehr als 38.000 Strombeschwerden noch unbearbeitet

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Mehr als 38.800 Beschwerden von Stromkunden waren Ende März 2026 bei der dominikanischen Verbraucherschutzstelle für Elektrizität Protecom noch nicht abschließend bearbeitet. Der Experte für den Schutz von Stromverbrauchern, Marino Hilario, sieht darin ein Zeichen für grundsätzliche Probleme bei der Kontrolle der Energieversorger.

Hilario verweist dabei auch auf steigende Stromrechnungen und anhaltende Stromausfälle. Nach seiner Einschätzung werden die zahlreichen Beschwerden bislang nicht ausreichend genutzt, um wiederkehrende Probleme bei den Verteilunternehmen systematisch zu untersuchen.

Nach den von ihm zitierten offiziellen Statistiken gingen bei Protecom zwischen Januar und März 2026 insgesamt 14.791 neue Beschwerden ein. Zum Ende des ersten Quartals waren demnach 38.813 Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Besonders hoch war der Rückstand beim Stromversorger Edeeste. Gegen das Unternehmen wurden im ersten Quartal 6.498 Beschwerden eingereicht; Ende März sollen noch 18.100 Verfahren offen gewesen sein.

Kritik an fehlender systematischer Auswertung

Protecom habe zwar die Zahl der getroffenen Entscheidungen erhöht. Im ersten Quartal wurden den Angaben zufolge 8.310 Beschwerden zugunsten der Verbraucher entschieden. Für eine Bewertung der tatsächlichen Wirkung reichen diese Zahlen nach Ansicht Hilarios jedoch nicht aus.

Unklar sei unter anderem, um welche Geldbeträge es bei den Entscheidungen gehe, wie viele Fälle anschließend bei der Stromaufsichtsbehörde Superintendencia de Electricidad (SIE) angefochten würden und wie lange die Bearbeitung durchschnittlich dauere. Ebenso fehle eine Übersicht darüber, ob die Stromversorger angeordnete Korrekturen oder Gutschriften tatsächlich umsetzen.

Hilario fordert deshalb, Beschwerden nicht nur als einzelne Verwaltungsverfahren zu behandeln. Häuften sich Meldungen über dieselben Probleme, könne dies nach seiner Darstellung als Frühwarnsystem für die Aufsichtsbehörde dienen.

Bei einer großen Zahl gleichartiger Beschwerden könne die SIE demnach von sich aus untersuchen, ob beispielsweise Probleme mit Stromzählern, Versorgungsnetzen oder Abrechnungsverfahren bestehen. Verbraucher müssten dann nicht in jedem Fall einzeln ein vollständiges Beschwerdeverfahren durchlaufen.

Weitere Meldungen zu Stromversorgung, Preisen und Verbraucherfragen finden Sie im Ressort Leben und Gesellschaft.

Wie die Stromversorgung des Landes organisiert ist, hilft auch dabei, wiederkehrende Probleme bei Abrechnung und Versorgung besser einzuordnen.

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