Regionaler Markt bleibt ungenutzt

Dominikanische Republik im regionalen Handel schwach vertreten

Ad image

Die Dominikanische Republik gehört zu den Ländern Lateinamerikas und der Karibik, die vergleichsweise wenig Handel mit anderen Staaten der Region betreiben. Das geht aus einem Bericht der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) vom September 2026 hervor. Besonders bei Industrieexporten bleibt das Land deutlich hinter dem regionalen Durchschnitt zurück.

Zwischen 2023 und 2025 gingen lediglich 14 Prozent der dominikanischen Warenexporte in andere Länder Lateinamerikas und der Karibik. Gleichzeitig stammten nur 17 Prozent der Warenimporte aus diesen Märkten. Damit zählt die Dominikanische Republik unter den 33 untersuchten Staaten zu den Volkswirtschaften mit einer geringen regionalen Handelsverflechtung.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei Industrieprodukten. Im Jahr 2024 wurden lediglich 13 Prozent der dominikanischen Industrieexporte innerhalb der Region abgesetzt. Damit gehörte das Land zu den fünf Staaten mit den niedrigsten Anteilen. Noch geringere Werte verzeichneten Haiti mit fünf Prozent, Mexiko mit drei Prozent, St. Kitts mit zwei Prozent und die Bahamas mit null Prozent.

Zum Vergleich: In Lateinamerika und der Karibik gingen 2024 ohne Berücksichtigung Mexikos durchschnittlich 47 Prozent der Industrieexporte in andere Länder der Region. In 17 Staaten lag dieser Anteil sogar bei über 50 Prozent.

Die Cepal sieht in der schwachen regionalen Integration eine Herausforderung für die Dominikanische Republik. Der Handel innerhalb Lateinamerikas und der Karibik spiele eine wichtige Rolle bei der Diversifizierung der Produktion und der Erschließung neuer Exportmärkte.

Regionale Märkte besonders für kleinere Unternehmen wichtig

Nach Einschätzung der Cepal profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vom regionalen Handel. Kürzere Transportwege, sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten sowie einfachere Handelsverfahren erleichtern ihnen den Zugang zu ausländischen Märkten.

Auch die Möglichkeit, Zahlungen in lokalen Währungen abzuwickeln, kann die Handelsbeziehungen vereinfachen. Für kleinere Unternehmen bietet der regionale Markt damit eine wichtige Gelegenheit, erste internationale Geschäftserfahrungen zu sammeln.

Die Dominikanische Republik gehört allerdings auch bei der Zahl der Unternehmen, die innerhalb Lateinamerikas und der Karibik exportieren, nicht zu den führenden Ländern.

Dabei hat der regionale Warenaustausch langfristig erheblich zugenommen. Während sein jährlicher Wert in den 1970er-Jahren noch unter zehn Milliarden US-Dollar lag, überstieg er 2025 bereits 200 Milliarden US-Dollar.

Für die Dominikanische Republik zeigt der Cepal-Bericht damit ein bislang nur begrenzt ausgeschöpftes Potenzial. Eine stärkere wirtschaftliche Vernetzung innerhalb der Region könnte insbesondere kleineren Unternehmen zusätzliche Absatzmöglichkeiten eröffnen und die Exportwirtschaft breiter aufstellen.

Weitere Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung, den Außenhandel und die Exportwirtschaft der Dominikanischen Republik finden Sie in unserem Ressort Wirtschaft und Finanzen.

Beitragsbild(er):elnacional.com.do