In der Dominikanischen Republik sind die bestätigten Fälle von Leptospirose in diesem Jahr deutlich gestiegen. Nach dem epidemiologischen Bericht Nummer 16 wurden bis zum 25. April 2026 fünf Todesfälle, 140 Verdachtsfälle und 85 bestätigte Erkrankungen registriert.
Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 waren ebenfalls fünf Todesfälle gemeldet worden, jedoch nur 48 bestätigte Fälle. Damit liegt die Zahl der bestätigten Infektionen in diesem Jahr nahezu doppelt so hoch.
In der letzten erfassten Woche meldete das Gesundheitssystem zwölf neue Verdachtsfälle. Für die epidemiologischen Wochen 13 bis 16 summiert sich die Zahl auf 23 Fälle. Im Vorjahreszeitraum waren es fünf.
Der Anstieg steht nach Angaben der Gesundheitsbehörden in engem Zusammenhang mit Regenfällen und Überschwemmungen, die das Land in den vergangenen Wochen betroffen haben.
Leptospirose ist eine zoonotische Erkrankung mit epidemischem Potenzial. Das Risiko steigt besonders in der Regenzeit, wenn Menschen häufiger mit Wasser oder Boden in Kontakt kommen, die mit Urin infizierter Tiere verunreinigt sind. Hauptüberträger sind vor allem Nagetiere.
Die Infektion erfolgt meist durch Kontakt mit stehendem oder überschwemmtem Wasser. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt dagegen als selten.
Typische Symptome ähneln zunächst einer Grippe. Dazu gehören hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, vor allem in Waden und Rücken, Schüttelfrost, gerötete Augen sowie Erbrechen oder Durchfall.
Die Beschwerden treten meist fünf bis 14 Tage nach Kontakt mit Urin auf, der mit dem Bakterium Leptospira verunreinigt ist.
Besonders gefährdet sind landwirtschaftliche Arbeitskräfte, Personen, die im Freien arbeiten, sowie Menschen, die sich in überschwemmten Gebieten bewegen, dort schwimmen oder anderen Aktivitäten nachgehen.
In der epidemiologischen Woche 16 wurden zwölf Verdachtsfälle gemeldet. Elf betrafen Männer, einer eine Frau. Die Betroffenen waren zwischen zehn und 59 Jahre alt.
Die Fälle wurden aus Puerto Plata, Santo Domingo, Santiago, dem Distrito Nacional, Espaillat, La Vega und San José de Ocoa gemeldet.
Das Gesundheitsministerium erklärte, die epidemiologische Überwachung sei verstärkt worden. Dazu gehören die aktive Suche nach fieberhaften Erkrankungen, eine rechtzeitige Probenentnahme und die regelmäßige Meldung an das Überwachungssystem.
Ergänzend werden Maßnahmen zur Umweltsanierung, Aufklärung in Gemeinden und ressortübergreifenden Koordination ausgebaut. Im Mittelpunkt stehen der richtige Umgang mit angesammeltem Wasser und Abfällen.
Vor dem Hintergrund eines Hantavirus-Ausbruchs auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff MV Hondius, das am 1. April 2026 von Ushuaia in Argentinien in Richtung Antarktis und Südatlantik ausgelaufen war, rief das Gesundheitsministerium die Bevölkerung ebenfalls zu Vorsichtsmaßnahmen auf.
Auch wenn es sich nicht um dieselbe Krankheit handelt, spielt bei beiden Risiken der Kontakt mit Nagetieren eine Rolle. Die Behörden empfehlen, das Umfeld von Häusern sauber zu halten, das Auftreten von Ratten zu verhindern und Lebensmittel, insbesondere Konserven, vor dem Verzehr gründlich zu reinigen.
Der epidemiologische Bericht weist zudem darauf hin, dass in Woche 16 keine bestätigten Dengue-Fälle registriert wurden. Die Gesamtzahl für das laufende Jahr liegt weiterhin bei 80 Fällen, mit rückläufiger Tendenz.
Schwere akute Atemwegsinfektionen zeigen laut Bericht ein stabiles Verhalten. Insgesamt wurden 368 Fälle erfasst. Die Zirkulation respiratorischer Viren, darunter Influenza und SARS-CoV-2, bleibe kontrolliert. Neue besorgniserregende Varianten oder ein deutlicher Anstieg schwerer Verläufe wurden nicht festgestellt.
