Wachstum erreicht Haushalte kaum

Studie: Löhne in der Dominikanischen Republik reichen nur für 34 Prozent des nötigen Lebensstandards

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Die Dominikanische Republik gehört laut einer internationalen Auswertung zu den Ländern mit dem größten Abstand zwischen durchschnittlichem Einkommen und den Kosten für einen als grundlegend angemessen definierten Lebensstandard.

In der Untersuchung belegt das Land Platz 47 von 50 analysierten Staaten. Demnach deckt das durchschnittliche Arbeitseinkommen lediglich 34 Prozent des finanziellen Niveaus ab, das für grundlegendes Wohlbefinden als notwendig angesetzt wird.

Die Analyse wurde von der digitalen Plattform Remitly auf Grundlage von Daten der Purdue University erstellt. Verglichen wird das durchschnittliche Einkommen mit einem Referenzwert für die Kosten eines Lebensstandards, der im Bericht als „Cost of Happiness“ bezeichnet wird.

Für die Dominikanische Republik wird ein durchschnittliches Jahreseinkommen von rund 6.100 US-Dollar einem Referenzwert von etwa 17.900 US-Dollar gegenübergestellt. Der frühere Wirtschaftsminister Temístocles Montás weist darauf hin, dass das Land innerhalb der untersuchten lateinamerikanischen Staaten nur vor Ecuador und Paraguay liegt.

Das Ergebnis steht im Kontrast zu den offiziellen makroökonomischen Kennzahlen, die in den vergangenen Jahren unter anderem Wirtschaftswachstum, eine starke Tourismusentwicklung und eine dynamische Finanzbranche ausweisen.

Der Bericht macht damit vor allem auf die Differenz zwischen gesamtwirtschaftlichem Wachstum und der finanziellen Situation vieler Haushalte aufmerksam.

Als mögliche Ursachen werden mehrere strukturelle Faktoren genannt. Dazu zählen zusätzliche private Ausgaben für Leistungen wie Stromversorgung, Gesundheitsversorgung und Transport, wenn öffentliche Angebote nicht ausreichen. Hinzu kommen die hohe Bedeutung informeller Beschäftigung sowie eine vergleichsweise niedrige Produktivität, die sich auf das durchschnittliche Lohnniveau auswirken.

Als weiterer Faktor wird der Preisdruck in einer offenen und stark vom Tourismus sowie internationalen Kapital- und Warenströmen beeinflussten Wirtschaft genannt. Dadurch könnten sich Lebenshaltungskosten und lokale Einkommen unterschiedlich entwickeln.

Die Analyse stellt ausdrücklich nicht das Wirtschaftswachstum der Dominikanischen Republik infrage. Sie verweist vielmehr darauf, dass sich positive makroökonomische Kennzahlen nicht automatisch im verfügbaren Einkommen der Haushalte widerspiegeln.

Beitragsbild(er):elnacional.com.do