In der Dominikanischen Republik haben zwischen 2020 und 2025 insgesamt 26.205 formelle Unternehmen dauerhaft geschlossen. Gleichzeitig wurden im selben Zeitraum 82.491 neue Betriebe eröffnet. Unter dem Strich ergibt sich damit ein Plus von 56.286 Unternehmen.
Die Zahlen stammen aus dem Unternehmensverzeichnis Directorio y Demografía Empresarial Formal (DyDEF) des Nationalen Statistikamtes ONE. Sie zeigen, dass die Zahl der Neugründungen deutlich über der Zahl der Schließungen liegt. Gleichzeitig machen die Daten deutlich, dass insbesondere kleine Betriebe einem starken Wechsel von Gründung und Aufgabe unterliegen.
Kleinstunternehmen besonders betroffen
Den größten Anteil an dieser Dynamik haben sogenannte Microempresas mit einem bis zehn Beschäftigten.
Von den 14.458 Unternehmen, die 2025 neu eröffnet wurden, entfielen 13.690 auf Kleinstunternehmen. Das entspricht 94,6 Prozent aller Neugründungen.
Gleichzeitig stellten sie auch den weitaus größten Teil der Betriebsschließungen. Von insgesamt 5.784 Unternehmen, die 2025 ihre Tätigkeit einstellten, gehörten 5.327 oder 92,1 Prozent zu diesem Segment.
Größere Unternehmen zeigen dagegen deutlich mehr Stabilität. Bei Betrieben mit mehr als 151 Beschäftigten wurden 2025 lediglich 17 Schließungen registriert. Ihre Überlebensquote lag laut Ausgangstext bei mehr als 99 Prozent.
Arbeitsmarkt bleibt insgesamt im Plus
Auch beim Arbeitsmarkt überwiegt nach den ONE-Daten der positive Effekt der Neugründungen.
Durch Betriebsschließungen gingen 2025 insgesamt 36.926 formelle Arbeitsplätze verloren. Neu gegründete Unternehmen schufen gleichzeitig 56.191 Stellen. Daraus ergibt sich ein positiver Saldo von 19.265 Arbeitsplätzen.
Besonders viele neue Stellen entstanden demnach im Großraum Santo Domingo, im Distrito Nacional und in Santiago.
Der Handel war 2025 die Branche mit der größten Bewegung. Dort wurden 4.466 neue Betriebe eröffnet und 1.819 geschlossen.
Gastronomie und Nachtleben mit hoher Fluktuation
Besonders stark schwankt die Zahl der Betriebe in Gastronomie und Unterhaltung.
Vertreter der Restaurantbranche verweisen auf steigende Betriebskosten, hohen Wettbewerbsdruck und eine schwächere Kaufkraft vieler Verbraucher. Nach Einschätzung des Ökonomen Henri Hebrard gehören gastronomische Betriebe grundsätzlich zu den Branchen mit besonders hoher Fluktuation.
Auch Vertreter des Nachtlebens beschreiben die wirtschaftliche Lage deutlich kritischer. Junior González, Präsident des Verbandes UDCEND, erklärte, ein großer Teil der Betriebe befinde sich finanziell unter erheblichem Druck. Nach seinen Angaben versuchen einzelne Unternehmer etwa in Boca Chica, Restaurants oder Diskotheken zu verkaufen.
Debatte über Wettbewerbsbedingungen
Parallel zu den statistischen Daten wird politisch über die Wettbewerbsbedingungen im Handel diskutiert.
Francisco Javier García, Präsidentschaftsbewerber der PLD, machte unter anderem die zunehmende Konkurrenz größerer Geschäfte mit chinesischem Kapital für Schwierigkeiten lokaler Händler mitverantwortlich. Er warf der Regierung vor, auf angebliche Dumpingpraktiken nicht ausreichend zu reagieren. Diese Einschätzung stammt von García; entsprechende Belege oder eine behördliche Bewertung werden im Ausgangstext nicht genannt.
Die offiziellen Zahlen der ONE widersprechen jedenfalls der Vorstellung, dass insgesamt mehr Unternehmen schließen als neu entstehen. Zwischen 2020 und 2025 gab es mehr als dreimal so viele Neueröffnungen wie endgültige Schließungen.
Deutlich wird jedoch, dass die Stabilität stark von Unternehmensgröße und Branche abhängt. Vor allem bei Kleinstunternehmen, im Handel, in der Gastronomie und im Nachtleben bleibt die Herausforderung weniger die Gründung als das dauerhafte Bestehen am Markt.
Weitere Entwicklungen zu Unternehmen und Arbeitsmarkt finden Sie im Ressort Wirtschaft und Finanzen.

